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Thema: Folgekosten nach Kauf eines W 140

  1. #1
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    Standard Folgekosten nach Kauf eines W 140

    Hallo,
    nachdem wir den Interessenten , die einen W 140 kaufen wollen, regelmäßig den Ratschlag geben " Plane mal nach dem Kauf eines preiswerten W 140 als Reparaturkosten den Kaufpreis noch einmal ein " sind die immer ganz erstaunt und glauben, wir möchten ihnen den Kauf eines W 140 ausreden oder madig machen.
    Da unsere Hinweise zu den Reparaturkosten in den ganzen Beiträgen untergehen, möchte ich einen neuen Beitrag erstellen , in dem wir einfach grob unsere Erlebnisse und Kosten nach dem Kauf unseres W 140 aufzählen.
    Mein W 140 500 SEL, gekauft im März 2009, echte Laufleistung 80 000 km, 19 Jahre in einer Hand, unfallfrei und top gepflegt.
    Beim Kauf im März konnte die Klimaanlage nicht richtig getestet werden, daher Kaufpreis auf 9000 € reduziert ( 2000 € für Klimaanlagenreparatur im Familienbetrieb eingeplant.
    Auf der Rückfahrt vom Kauf Scheibenwischer im Regen ausgefallen, Fahrzeug bleibt noch vor der Zulassung und TÜV Termin liegen.
    Lenkstockschalter ( Blinkerhebel ) Kombirelais ausgetauscht , Materialpreis damals 300 €
    Beide Verteilerkappen mit Finger und Aufnahme gewechselt , Materialpreis grob 400 €
    Bei 84 000 km Stabigummis erneuert Materialpreis nicht der Rede wert
    bei 91 000 km beide oberen Querlenker an VA erneuert Materialpreis grob 700 €
    bei 94 000 km wieder eine Verteilerkappe , Keilrippenriemen und Kraftstoffleitung vorn erneuert Preis nicht mehr bekannt
    2 x gebrauchte Blinkrelais eingebaut Materialpreis gebr. je 100 €
    Fensterheber hi re defekt Materialpreis 100 €
    100 000 km Getriebe läßt sich nicht mehr in Rückwärtsgang schalten
    Getriebejalousie ( ein schmaler Pappstreifen am Schalthebel ) verklemmt
    Materialpreis 90 €
    Lenkgetriebe undicht, trockenes gebr. Getriebe eingebaut Freundschaftsmaterialpreis 300 €
    Nach 2 Jahren ist das gebr. Getriebe wieder undicht Reparatur in 2018
    Leichte Unwucht bei 80 km / h wahrscheinlich Kardanwellenmittellager

    Ich hab in 8 Jahren ca. 23 000 km gefahren . Das ist eigentlich eine Jahresfahrleistung für W 140 Fahrer im Alltagbetrieb

    Da die Reparaturen im familieneignen Reparaturbetrieb durchgeführt werden, hab ich gottseidank keine Lohnkosten wie bei DB.
    Unser Ratschlag , den halben Kaufpreis oder grob 5000 € für die notwendigsten Reparaturen einzuplanen , kann ich leider voll bestätigen.
    Dieser Beitrag soll keine davon abhalten , einen W 140 zu kaufen.
    Man kann aber einen W 140 nicht zu den Wartungskosten eines vielleicht im Kaufpreis ähnlichen W 201 oder W 124 unterhalten.
    Grüße
    Peter

  2. #2
    Senior Member Avatar von Marie
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    Standard

    Alles hier aufzuzählen ist mir zu viel Arbeit. Es ist doch alles in meinen unten gelinkten Spritmonitorkonto nachzulesen.
    Gruß
    Marie

    Fahre einen W140 400SE EZ 5.9.91 Spritmonitor.de

  3. #3
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    Standard

    @Peter500SEL - Eine sehr gute Idee, die möglichen Folgekosten im Überblick darzustellen. Bei einer hohen Beteiligung ergibt sich auch ein objektives Bild. Da ich für jedes Auto eine Excel-Tabelle führe, die sämtliche Kosten bis zur Schraube, Autowäsche, Parkgebühr etc. auflistet, lassen sich die Kosten präzise nachvollziehen.

    Die Summen enthalten nur Teile & Fremdleistungen (z.B. Lackierer), da wir Wartung und die meisten Reparaturen selbst erledigen. Die Lohnkosten sind dabei fiktiv mit 35 €/ Stunde berechnet. Bei Mercedes gibt es 10% Teilerabatt, sonstige Teile werden günstig übers Internet bezogen - allerdings immer Markenprodukte wie Mann, Beru, Lemförder etc.

    1. S 280
    + EZ 08/1998, 1. Hand, lückenlose Historie, MB-Scheckheft, alle Reparatur- & Wartungsrechnungen seit Kauf dabei, Garagenwagen, vom Käufer als Neuwagen hohlraumversiegelt
    + gekauft: August 2012 bei 72 TKM, aktuell: 87 TKM, ca. 3 TKM/ jährlich
    + Wartung/ Reparatur: € 4.000,- (2x Große Inspektion, Lackierung Stoßstange, 4 Federn neu, Bremsen neu, 1 Satz Reifen, neue Batterie, neue Rückleuchten wg. Vergilbung/ Moosansatz, Freisprechanlage)
    + Versicherung/ Steuer/ TÜV: € 4.300,- (ca. € 700,- jährlich, Teilkasko SF mit 30 %)
    + Kraftstoff: € 2.180,- (11,4 l/ 100 km), meist in der CZ getankt (0,20 €/l billiger als in Deutschland)

    Gesamtkosten: ca. € 10.500,- (ca. € 1.750/ jährlich oder 0,70 €/km - OHNE Kaufpreis

    Wohlgemerkt: Wir sprechen hier von einem Fahrzeug im annähernd Neuzustand, OHNE Wartungs- und Reparaturstau! Ich habe ca. 50 W140 besichtigt, das war mit großen Abstand der Beste. Mein unkompliziertestes Auto, bis auf Inspektion und geringen Verschleiß völlig sorgenfrei. Gut, liegt wahrscheinlich auch an der geringen Jahresfahrleistung.


    2. CL 420
    + EZ 09/1996, 1. Hand, Ausstellungswagen auf dem Pariser Autosalon 1996, unter besonderem Gütemaßstab abseits der normalen Produktion
    + gekauft: November 2016 in Paris mit 102 TKM, aktuell: in Restauration
    + Ersatz-/ Wartungsteile: € 4.300,- (2 Kotflügel, Fahrwerksrevision, Große Inspektion, Getriebeölwechsel, Kraftstoffpumpe, Infrarotschlüssel
    + Lackierung: € 3.200 € (teilzerlegt beim Lackierer abgegeben, komplett ohne Dach)
    + externe Arbeitsstunden: 50
    + Eigenleistung: nicht gezählt

    Das Coupe war kein klassisches Restaurationsobjekt der 5.000 €-Klasse, sondern hatte bei Kauf eine ehrliche Note 3: Kratzer rundum, Rost an beiden Kotflügeln und Heckklappe. Also ganz gut für ein 20 Jahre altes Auto, es waren auch keine größeren Reparaturen nötig.

    Bis zur Fertigstellung ist nochmal mit ca. 50 Stunden zu rechnen (Zusammenbau nach Lackierung, Reparatur Schiebedach & Lüftung). Dazu noch ca. € 1.500 € für Teile.

    Gesamtkosten: ca. 9.000 € + ca. 75 Werkstatt-Stunden


    Ich könnte die Liste noch mit einem W124 200 E und einem SLK 230 (R170) ergänzen, was ein ähnliches Bild ergibt. Gerade bei dieser Auflistung bin selbst ich wieder erstaunt und fast erschrocken über die Gesamtinvestitionen. Selbst in einer freien Werkstatt wären noch mal locker 5.000 € Arbeitsstunden dazugekommen.

    Ganz ehrlich: Ohne die Excel-Tabelle hätte ich die Kosten beim S 280 auf maximal die Hälfte geschätzt. Man hat ja immer nur die großen Positionen in Erinnerung, aber nie die Summe der kleineren Ausgaben.

    FAZIT: Ein W140 benötigt binnen 2 Jahren seinen Kaufpreis als Folgekosten. Je besser der Zustand (und i.d.R. je teurer) umso höher ist die Chance das es weniger wird. Aber auch ein Wagen für 20 bis 25 T€ ist nicht perfekt, braucht aber dann nur ca. 5 T€. Bei einem W140 für 5.000 € sind es schon 10.000 € - mindestens.

    Klar, hier im Forum haben wir auch Ausnahmefälle, sowohl positiv als auch negativ. Der V12 in den der Vorbesitzer nachweislich 40.000 € investiert hat, ist ein gutes Beispiel. Ok, alles bei MB machen lassen, aber der Wagen war trotzdem keine Schrottkarre - im Gegenteil.

    Natürlich erschlagen die Summen förmlich und sind gut geeignet, dem W140-Neuling abzuschrecken.

    ABER: Da alles eine Frage der Relationen. Macht mal einen Auflistung was ein Alltagswagen der Mittelklasse, egal ob alt oder neu. Beim Neuwagen ist es halt die Leasingrate und der Wertverlust, beim alten die Reparaturen und Revisionen. Kraftstoff, Steuer, Versicherung, Inspektion, Reifen etc. fällt in beiden Fällen an.

    Autofahren ist halt nie billig, vom den derzeitigen All-Inklusiv-Leasingangeboten für Kleinwagen zu 129 €/ monatlich mal abgesehen.

    Bei alten Autos (und besonders bei denen der Luxusklasse wie dem W140) sollten vor der Anschaffung die Fragen stehen:

    1. Wie sind meine Schrauberkenntnisse, was kann ich selbst machen?
    2. Habe ich im Zweifelsfall Fachleute an der Hand (Lackierer, Schweißer etc. ) die auch mal etwas für kleines Geld machen?
    3. Kann ich zeitraubende Vorarbeiten (z.B. Zerlegen beim Lackieren) selbst erledigen?

    Eine der wichtigsten Fragen: Was bekommen ich für 15 bis 20 T€ als Gegenwert? Auf der einen Seite einen weitgehend durchreparierten, alltagstauglichen Luxuswagen, der sich in Punkto Komfort & Sicherheit auch vor aktuellen Modelle dieses Klasse nicht verstecken muss. Und auf der anderen Seite einen Polo, der in 5 Jahren locker 10.000 € Wertverlust verbrennt.


    S 280 - Juli 1998 - 572 Rubinrot metallic - 065 Stoff Champignon - 71.000 km bei Kauf

    Sonderausstattung: 220, 221, 222, 302, 303, 306, 312, 351, 404, 423, 472, 540, 561, 612, 731, 810, 873

  4. #4
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    Standard

    Das mit dem Wertverlust von einem "normalen" Auto ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich hatte bisher immer einen Firmenwagen (A6, Passat CC usw) und wenn ich da den Verkaufswert nach 3 Jahren sehe ...
    Mit freundlichem Gruss

    //matthias

  5. #5
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    Standard

    Hallo,
    ich habe 1996 einen drei Jahre alten W 140 /300 SE gekauft. Kaufpreis damals 56 000 DM.
    Da Fahrzeug wurde ca. 45 000 km in drei Jahren gefahren und für 27 000 DM weiter verkauft.
    Wertverlust also ca. 15 000 €.
    Das ist für mich immer die Summe, die ich für den Kauf und Betrieb eines W 126 oder W 140 einplane.
    Grüße
    Peter

  6. #6
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    Standard Folgekosten nach 2 Jahren und gut 30tkm

    gerade 117€ Tüv Gebühren plus diverse Spannrollen, Riemen + Spanner, Klimakondensator und alle Flüssigkeiten, ca. 500€

    gefahrene Kilometer, eher "geschwebte" Kilometer 30000km in 2 Jahren, meist mit Wohnwagen

    Fazit: günstiger geht's kaum, schöner schon gar nicht.

    Meiner Meinung ist der W140 ein solides Fahrzeug, wenn die Basis stimmt und man selber schrauben kann und keine Grotte kauft, ein toller Wagen.

    Also fahren und genießen!!!

    Ich "müsste" mich jetzt von meinem CL trennen, da sich noch eine Limo eingeschlichen hat, aber vielleicht überzeuge ich meine Chefin noch :-)
    bevorzugte Motoren: luftgekühlte Boxer oder V8
    S500 & R129 SL500 & 2CV & Porsche 914 & Porsche 993 EX Volvo V70, CL420, SL320, Corvette Cabrio C3 '68

  7. #7
    Senior Member Avatar von Michael M
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    Standard

    Moin,

    ich habe mein 500er Coupé im September 2009 mit 63.000 km gekauft und damals € 11.200 gezahlt. 2 Vorbesitzer, der erste von 1993 bis 1999 (nur 11.000 km!), der zweite dann bis 2009 und 63.000. Serviceheft und Rechnungen lückenlos, Laufleistung stimmte, aber beim Zweitbesitzer meistens nur Pitstop oder Freie Werkstatt. Bei 61.000 km war das Auto aber noch bei Lueg zur Inspektion. Grössere Reparaturen gab es nicht, oder die Rechnungen fehlten, was ich aber nicht glaube. Dass der Verdampfer der Klimaanlage defekt war wusste ich in dem Moment, als der Verkäufer meinte "Die muss nur neu befüllt werden", aber was soll's - der Rest stimmte.

    12/2009 bei 71.000 km dann auf Verdacht die "grosse" 60.000er Inspektion machen lassen, einschl. Winterreifen rund € 2000.
    3/2010 bei 78.000 km Zündungsprobleme, Zündspulen und was-weiss-ich-noch-alles für ca. € 1200.
    5/2010 bei 80.000 km Inspektions und neue Sommerreifen ca. € 1250.
    6/2010 bei 86.000 km neue Verteilerkappen und -läufer, ca. € 700.
    7/2010 bei 92.000 km kleiner Service für ca. € 250.
    8/2010 bei 93.000 km wieder Probleme mit der Zündung, ca. € 500.
    1/2011 bei 100.000 km Inspektion und endlich Klimaanlage reparieren lassen, ca. € 2700.
    9/2011 bei 110.00 km kleiner Service, ca. € 300
    7/2012 bei 116.000 km Tauschanlasser, ca. €300
    9/2012 bei 121.000 km Inspektion, knapp € 500
    4/2013 bei 123.000 km Öldruckgeber, gebrauchtes Türschloss, usw., ca. € 650
    11/2013 bei 127.000 km TÜV-Abnahme und diverse Kleinigkeiten, ca. € 280
    3/2014 bei 130.000 km Inspektion, € 320
    11/2014 bei 135.000 km TÜV-Abnahme mit Diversem, zusammen € 635
    3/2015 bei 138.000 km Hinterachsaufhängung, € 800
    05/2015 bei 140.000 km Inspektion und Seitenblende Fahrerstuhl, ca. € 750
    11/2015 bei 144.000 km TÜV-Abnahme mit Kleinigkeiten, ca. € 450
    6/2016 bei 146.000 km neue Sommerreifen, ca. € 1000
    12/2016 bei 150.000 km Inspektion mit div. Reparaturen, € 670
    02/2017 bei 150.000 km wieder einmal Verteilerkappen und -finger, ca. € 530

    Nicht aufgeführt habe ich diverse persönliche Gimmicks wie Navi, Aux-In, und andere Kleinigkeiten die aus reiner Betriebssicht nicht notwendig waren, ausserdem 4 oder 5 Aufenthalte beim Aufarbeiter mit Smart-Reparaturen an Stoßstangen und ähnliches. Selber gemacht habe ich Null-Komma-Null. Die ersten 3 Jahre relativ viel als Firmenwagen gefahren, die letzten 3 Jahre kaum noch bewegt, weil ich die meiste Zeit in Übersee war.

    Im Februar 2017 verkauft für € 9.250.
    Insgesamt gefahren 7 1/2 Jahre und 87.000 km, mit einem Wertverlust von nur € 2.000 Euro.
    Die meisten Kosten waren reine Service- und Verschleisspunkte, und das mit der Klimaanlage wusste ich vorher (okay, kann man im Prinzip auf den Kaufpreis aufrechnen).
    Die eigentlichen Reparaturen waren einstaunlichweise relativ wenig, mit Ausnahme der Sch....-Zündanlage. Ist aber ein bekannter Schwachpunkt...
    Die ersten 5 Jahre ist er auf meine Firma gelaufen, wurde vollständig abgeschrieben, und die Kosten als Betriebsausgaben verbucht.

    Das wichtigste aber war - ich hatte unglaublich viel Freude an dem Auto, und mittlerweile deutliche Entzugserscheinungen.... :-)
    Grüsse aus Holland

    Michael

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