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Thema: Diskussion: Ist der 140er bei einem Unfall wirklich ein Panzer...?

  1. #1
    Senior Member Avatar von Nico
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    Standard Diskussion: Ist der 140er bei einem Unfall wirklich ein Panzer...?

    Hallo allerseits,

    in meiner Wahrnehmung habe ich schon oft gelesen, dass viele 140er Fans zu denken scheinen der 140er ist ein besonders sicheres Auto. Panzer nicht nur optisch und so weiter.

    Ich würde jetzt gerne mal zur Diskussion stellen was da überhaupt dran ist. Warum sollte der 140er nach heutigen Standards besonders sicher sein?

    Meine Gedanken dazu: Der 140er war als er auf dem Markt kam bestimmt einer der sichersten PKW der Welt oder sogar der Sicherste. Aus heutiger Sicht frage ich mich aber ernsthaft ob abseits der Größe - lange Motorhaube, hohes Gewicht - der Wagen wirklich so sicher ist. Die meisten haben kein ESP und höchstens 4 Airbags. Der Wagen wurde in den 80ern entwickelt. Ich würde erwarten das die Standards für Crashsicherheit heute ganz andere sind. Aus diesen Gründen frage ich mich ernsthaft ob eine neue A-Klasse oder Ähnliches nicht viel sicherer ist.

  2. #2
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    Moin Nico,

    dass der W140 zu seiner Zeit DAS sicherste Auto war, ist denke ich unbestritten, ob er heute irgendwelchen NCAP Test genügen würde, weiß ich nicht, halte die aber eh für mehr Augenwischerei, ähnlich der albernen Verbrauchszyklen. Sind wir mal ehrlich, die schweren Unfälle sind nur in den wenigsten Fällen genau wie im Test.
    Das Problem lässt sich leicht an modernen Autos sehen, die teilweise gar nicht mehr geschweißt sondern geklebt sind. Die Hersteller bauen die Dinger entsprechend der Tests und erreichen 5 und mehr Sterne, weicht der (reale) Unfall auch nur minimal davon ab, kannst du dir im Himmel für deine 5 Sterne wenig kaufen.

    Die meist tödlichen Unfälle sind doch die Klassiker, zu schnell vor einen Baum gefahren oder Kleinwagen die von Lkws zermatscht werden, da helfen dir die 5 Sterne rein gar nichts.

    Meines Wissens wird von der schwedischen Versicherung Folksam Daten bezüglich tödlicher Unfälle bezogen auf die Autotypen erhoben. Da ware mal ne ganz interesannte Statistik in einer Autozeitschrift beim Zahnarzt. Dort konnte man gut erkennen, dass man in großen schweren Autos grundsätzlich bessere passive Sicherheit hat und die teilweise guten bzw. schlechten NCAP Einstufungen genau umgekehrt wurden, weil - wie ich oben schon schrieb - es eben keine "Standard Unfälle" sind.

    Wenn ich heute auf den Autobahnen unterwegs bin, fühle ich mich in meinem W140 immer noch sehr sicher und denke mir immer, die armen Menschen in ihren fahrenden Joghurtbechern alà Aigo, C1, Jazz und sowas.

    Und auch Systeme wie ESP ABS, ASR, BAS usw. haben uns doch letztlich nur dazu verführt unangepasster zu fahren, weil wir meinen (und uns die Werbung das tlw. auch suggeriert) die physikalischen Gesetze sind jetzt aufgehoben.

    Die meisten Menschen kommen mit diesen ganzen Assistenzsystemen doch gar nicht wirklich klar. Hampeln da auf der Autobahn rum mit ihren Systemen und wenn zb. ein Motorrad noch eben vorher schneidet, geht das Notbremssystem unvermittelt in die Vollbremsung weil es einen Aufprall errechnet, wohingegen der Mensch die Situation wahrscheinlich besser abschätzen könnte und dosierter bremsen würde. Wenn dieses System jetzt massiv bremst und es zb. nass oder glatt ist und ein ungeübter Fahrer dahintersitzt, kann dieses System schnell zum Verhängnis werden. Wieso in Fahrschulen zich Stunden über Lärmbelästigung und Umwelt und so einen Unsinn geschwafelt wird, anstatt ein ganztägiges Fahrsicherheitstraining verbindlich zu machen auf einem vernünftigen Testgelände, erschließt sich mir nicht.

    Lg Benni

  3. #3
    Senior Member Avatar von Nico
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    Interessant, da könnte natürlich was dran sein. Müsste man mal anschauen wie das ist mit diesen Tests und den Normen im Detail ist. Der Einwand zur nicht-existenz von Standardunfällen ist sicherlich richtig!

    Von beispielsweise ESP halte ich sehr viel als Assistenzsystem. Bei den neuen Systemen fehlt noch die Reife, da stimme ich zu. Bin schon ab und an mit Distronic Plus gefahren und es funktioniert ja auch ganz gut, aber gerade bei Spurwechslern und so weiter ist das noch ziemlich unsouverän. Kann sein das die neusten Generationen da schon weiter sind.

    Das mit der Fahrschule stimmt zu 100%. Völlig unverständlich warum den Leuten nicht gezeigt wird was mit ihrem Fahrzeug in Extremsituationen passiert. Vielleicht würde sich der ein oder andere 18 Jährige spätpubertierende Adrenalinjunkie dann genau überlegen ob er seinen Corsa mit 120 über die Landstraße schickt...haha.

  4. #4
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    Hallo,

    interessante Frage. Generell würde ich sagen, der W140 ist heute von der reinen Crashsicherheit im Mittelfeld. Ein Kleinwagen kann einfach nicht dieselbe Crashsicherheit bieten wie ein über 5 Meter langes, halbwegs solide konstruiertes Auto. Das ist einfach Physik. Wo kein Bereich ist, der Crashenergie aufnehmen kann, wird die Aufprallenergie an den Innenraum weitergegeben, und der Aufprall ist für die Insassen härter.

    Gute Sicherheitsgurte und Airbags hatte der W140 ja auch schon, ebenso ein weich umschäumtes Interieur.

    Mittelmaß dürfte er dennoch nur noch sein, da heute viel intelligenter mit hochfesten Stählen gearbeitet wird, um Deformationen der Fahrgastzelle zu vermeiden und das Crashverhalten berechnet zu beeinflussen. Beim W140 sollte man nicht ohne Ersatzrad fahren. Das ist nämlich in die Heckstabilität einberechnet. Ohne schiebt sich das Heck wie eine Coladose zusammen ...

    Was die Assistenzsysteme angeht, so gab es ABS ja schon immer serienmäßig, ESP kam sogar auch in den letzten Jahren noch dazu, BAS dito. Ansonsten finde ich vielleicht einen Notbremsassistenten noch ganz sinnvoll, aber das war's auch im wesentlichen. PreSafe ist nett, aber ob das den Unterschied macht? Hmmm...

    Ich fahre jetzt häufig eine neue C-Klasse (S205, Dienstwagen meiner Frau) mit einer ganzen Batterie an Assistenzgimmicks. Der Totwinkelassistent ist ganz nett, aber der Schulterblick tut's auch.

    Distronic ist immer noch Käse in meinen Augen. Ist man auf der rechten Spur unterwegs, muss man entweder extrem früh nach links rüber (und schneller Fahrende nerven), oder man wird sehr früh hinter langsamen Autos eingebremst und muss doch wieder mit dem Fuß Gas geben, um zu überholen. Nimmt man nach dem Hindernis den Fuß vom Gas, rollt der Wagen nicht etwa, bis er wieder auf der eingestellten Tempomatgeschwindigkeit ist, sondern er bremst scharf ab. Unsinnig. Ich schalte das System nun für jeden Überholvorgang ab. Dabei wäre gerade dabei eine "Assistenz" sicherheitserhöhend.

    Und der Lenkassistent ist völlig sinnlos. Ständig warnt er, man solle die Hände ans Lenkrad legen, verliert die Spur usw.

    Der Spurhalteassistent (passiv) warnt gerne mal hysterisch beim Einfahren in eine Autobahnbaustelle, weil er die weißen Spurlinien für wichtiger hält als die orangefarbenen. Zusätzliche Verwirrung in einer potenziell gefährlichen Situation. Ganz gut ist das vermutlich, wenn man am Steuer einpennt und den Seitenlinien zu nahe kommt. Dann vibriert es im Lenkrad, was sicher Sekundenschlafunfälle vermeiden kann.

    Lichteinschaltautomatik, Verkehrszeichenerkennung, Einparkassistent usw. halte ich jetzt mal für Annehmlichkeiten und nicht für einen spürbareren Sicherheitsgewinn als eine Klimaanlage.

    Was allerdings wirklich Welten besser ist als im W140 sind die Fahrwerksreserven in zu schnell gefahrenen Kurven auf nassen Straßen usw. Da ist auch der W221 schon was ganz anderes, und der (kleinere, härter gefederte und daher zugegeben nur bedingt vergleichbare) 205er klebt wie ein Magnet auf der Straße, wo der W140 längst wie auf Schmierseife schlittert.

    Alles in allem denke ich, wir können uns im W140 auch heute noch ziemlich sicher fühlen, auch wenn ein W222 bestimmt auch jenseits von Standard-Normcrashs extrem viel sicherer ist.

    Viele Grüße
    Kai
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  5. #5
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    Zitat Zitat von MB-Youngtimer Beitrag anzeigen
    ESP kam sogar auch in den letzten Jahren noch dazu, BAS dito.
    ESP war immer Sonderausstattung im 140er oder? Das Elchtest Debakel war 97 glaub? Aber ab wann hatten dann alle MB ESP serienmäßig? Ich glaub meiner hat es nicht. Habe jedenfalls keinen ESP Schalter. Nur ASR.

  6. #6
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    ESP gab es ab Mai 1995 serienmässig im 600er, ab September 1995 auch als Option für die 8 Zylinder.

    Distronic habe ich in meinem S55 K und empfinde das als sehr angenehm. Das ABC Fahrwerk ist dem W140 Fahrwerk auch sehr klar überlegen
    Mit freundlichem Gruss

    //matthias

  7. #7
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    Naja, Distronic hat Vor- und Nachteile. Für mich sind das alles halbgare Zwischenschritte auf dem Weg zum autarken Fahren.

    Und das ABC-Fahrwerk ist dem des W140 natürlich überlegen hinsichtlich Sportlichkeit und Sicherheitsreserven - es hat schon seinen Grund, warum es den S600 Biturbo nicht mit Airmatic gibt. Die ganze Kraft, die es beim W140 noch nicht gab, braucht ein entsprechend sicheres Fahrwerk. Aber für meinen Geschmack ist es für eine S-Klasse zu hart und unkomfortabel.

    Aber das ist Geschmacksache. Für mich gibt es halt eine klare Trennung zwischen Sport- und Komfortautos. Ein Sportwagen soll leicht, schnell, sicher in Grenzbereichen sein und dafür auch gerne enger und härter gefedert. Eine S-Klasse ist ein Komfortauto. Es ist gerade dann schön, wenn es sich etwas schwerfällig fährt, Hauptsache man gleitet würdevoll dahin. Kraft? Klar, für den Notfall, aber nicht als Selbstzweck. Eine sportliche S-Klasse? Nicht für mich.

    Dass man das auch ganz anders sehen kann, beweisen ja die ganzen AMG-, Brabus- und Wasweißich-Versionen. Zugegeben, die machen alle immer noch viel mehr Sinn als ein G-Modell mit 700 PS.

    Viele Grüße
    Kai
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  8. #8
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    Ich empfinde das ABC Fahrwerk eigentlich nicht unkonfortabler als das ADS meines W140er's. Schliesslich gab es ja auch auch kleinere Motorisierungen mit ABC. Meiner Meinung nach sollte eine S Klasse auch vernünftig motorisiert sein - mann kann auch damit ganz normal fahren. Bin vor kurzem mit meinem S55 heimgeschwebt , 11.8 ltr/100

    Autarkes Fahren wird wohl noch eine Weile dauern, die letzten Schätzungen die ich hörte waren 2025 für Level 5.
    Mit freundlichem Gruss

    //matthias

  9. #9
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    Hallo, wir haben uns den V140 angeschafft, weil wir ein sicheres Auto haben wollten, in dem man drei grosse Kindersitze unterbringen kann. Ob der in heutigen Crashtests gut abschneiden wuerde, weiss ich nicht. Aber wenn man drin sitzt, fuehlen wir uns alle sicher. Soviel Unterschied zu einer 2017er S-Klasse wird es hinsichtlich Sicherheit wohl nicht sein: wo gibt es denn heute noch solche Tueren wie im 140er??? Wo soviel Masse und Blech? Ich bin ueberzeugt, dass sich die Mercedes Leute viele Unfaelle genau ansehen und dann dementsprechend weiter entwickeln. Dennoch: fuer den Preis eines sehr guten 500er (W/V140) bekommt man einen relativ neuen z.B. Golf. Ist das der sicherere Wagen? Ich fahre in dem Glauben, dass ich den besseren Kauf gemacht habe. Sowohl fuer mein persoenliches Wohl (das schliesst auch das Geniessen mit ein) als fuer das meiner Familie. Sicherheit stellt sich auch ganz haeufig dann ein, wenn man entspannt fahren kann...und in der Seekuh aergere ich mich nun wirklich nicht ueber andere Autofahrer: da habe ich eher Mitleid ob ihrer Fahrzeuge....Viele Gruesse, Markus - Blitz8

  10. #10
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    Ich denke dass es zu einer 2017 S Klasse enorme Unterschiede geben wird, die Hersteller investieren grosse Summen um Crash Sicherheit zu verbessern. Ich fühle mich in unserm W140 auch sicher, aber ob es wirklich die bessere Wahl hinsichtlich Sicherheit ist ? Auch die Summe der neuen zusätzlichen Massnahmen über massenhaft Airbags, Pre-Safe etc etc spielt eine entscheidende Rolle

    Hier z.B. Renault Modus (lächerlich, nicht war ?) gegen einen Volvo 940 Panzerschrank

    https://youtu.be/qBDyeWofcLY
    Mit freundlichem Gruss

    //matthias

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